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Stefan Breitling

Erstgutachter: Prof. Dr.-Ing. Cord Meckseper
Zweitgutachter: Prof. Dr.-Ing. Johannes Cramer

Publikation:
BREITLING, Stefan: Adelssitze zwischen Elbe und Oder 1400–1600, Braubach 2005 (ISBN: 978-3-927558-21-2)

 

Adelssitze zwischen Elbe und Oder 1400-1600

Die Vorstellung von brandenburgischen Adelssitzen im Raum zwischen Elbe und Oder ist geprägt durch die Gutshöfe und Herrenhäuser des preußischen Landadels aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Viele dieser Orte sind allerdings schon seit der deutschen Kolonisation im späten zwölften und dreizehnten Jahrhundert, beispielsweise durch das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375, als Burgplätze und als Zentren adliger und niederadliger Herrschaft bezeugt. Über ihre Anlage und bauliche Gestalt ist wenig bekannt. In anderen Regionen haben Burgenforschung, Mittelalter-Archäologie, Bauforschung und Denkmalpflege durch verbesserte und neue Methoden in den letzten Jahren eine Fülle neuer Erkenntnisse über die mittelalterliche Wohnkultur in den frühen Städten und auf den Burgen gewinnen können. Demgegenüber ist der Dokumentations- und Forschungsstand zum mittelalterlichen Profanbau in Brandenburg gering.

Durch das Forschungsvorhaben soll ein Beitrag geleistet werden zur Erforschung des mittelalterlichen oberschichtigen Wohnbaus in Brandenburg. Während Befestigungsanlagen und Wirtschaftsgebäude meistenteils verschwunden sind und allenfalls archäologisch nachgewiesen werden müßten, sind die repräsentativen Kernbauten der Adelssitze, die Wohntürme und Festen Häuser der herrschaftlichen Familien teilweise erhalten geblieben. Die vorhandene Substanz stammt vor allem aus dem späten Mittelalter. In Garz und in Kleinmachnow wurden die Gutshäuser des Barock neben diesen alten Wohnbauten errichtet. Der alte Wohnturm wurde dabei aufgrund seines ideellen Wertes in Ehren gehalten, weiterhin als Hofstube genutzt und beispielsweise durch einen Renaissance-Giebel oder einen Treppenturm architektonisch aufgewertet. In anderen Fällen wurden die späteren Herrenhäuser über den Resten mittelalterlicher Vorgängerbauten errichtet, wie dies beispielsweise in Leuthen-Wintorf deutlich schon von außen ablesbar ist.

Die Arbeit unternimmt es, erstmals derartige Objekte in einem Katalog zusammenzustellen und im Zusammenhang zu betrachten. Vom Stand der Forschung zum mittelalterlichen Wohnbau in Mitteleuropa aus können diese Bauwerke und Bauwerksreste neu bewertet werden. Grundlage hierfür bilden eingehende baugeschichtliche Untersuchungen und Aufmaße von beispielhaften Objekten im Oder/Elbe-Raum.

Die Dissertation wurde am 12.12.2001 am Fachbereich Architektur der Universität Hannover erfolgreich verteidigt.

Das Buch kann bei der Deutschen Burgenvereinigung (www.deutsche-burgen.org), beim scripvaz-Verlag, Berlin oder direkt beim Autor bestellt werden.
Email: breitling@baugeschichte.tu-berlin.de


Abb. 1: Adelssitze in Brandenburg 1400 -1600. Karte: Breitling 2001
Abb. 2: Grundrisse von Burgen in Brandenburg. Zeichnung: Breitling 2001
Abb. 3: Freyenstein, Neues Schloss, Ansicht von Nordosten. Foto: Breitling 2001
Abb. 4: Freyenstein, Neues Schloss, Schnittisometrie.Zeichnung: Breitling 2001
Abb. 5: Freyenstein, Neues Schloss, Querschnitt nach Westen mit Bauphasen. Zeichnung: Breitling 2001