startseite

Die Baugeschichte der Berliner Mauer

Buchpublikation zum gleichnamigen Forschungsprojekt. Erscheint im Frühjahr 2011. Ca. 300 Seiten, ca. 500 Photos, ca. 100 Zeichnungen

Von:
Johannes Cramer, Tobias Rütenik, Philipp Speiser, Gabri van Tussenbroek, Peter Boeger


Die Berliner Mauer war fast 30 Jahre lang das Fanal des Kalten Krieges. Schon ein Jahr Nach ihrem Fall war sie fast vollständig verschwunden. Nach einem Jahrzehnt des weitgehenden Desinteresses an den wenigen verbliebenen Relikten begann mit dem neuen Jahrtausend die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Bauresten. Auf der Grundlage systematischer Bestandsdokumentationen hat das Fachgebiet mit zahlreichen Studierenden eine umfangreiche Dokumentation der Grenzbauwerke durchgeführt und die Befunde geordnet und ausgewertet. Darüber hinaus wurde umfangreiches Aktenmaterial zu den Bauvorgängen gesichtet. Aus beidem ergibt sich ein in zentralen Punkten von der bisherigen Forschungsmeinung abweichendes Bild. Die Isolierung von West-Berlin begann schon lange vor dem 13. August 1961. Die von der Forschung postulierten „vier Generationen“ der Berliner Mauer müssen durch sechs Ausbaustufen der Grenzanlagen ersetzt werden, die in der Publikation an ausgewählten städtischen Situation im Detail untersucht werden.

Die beständige Veränderung, Verfeinerung und Technisierung der Grenzanlagen wird anhand von Zeichnungen, historischen Bilddokumenten und Befundphotos im Detail beschrieben und an fiktiven stadträumlichen Situationen virtuell rekonstruiert. Dabei wird zunächst die von den Verantwortlichen erdachte Planlösung mit ihren unterschiedlichen Elementen gezeigt und zum zweiten die von Pfusch, Vernachlässigung und Materialmangel gekennzeichnete Realität illustriert. Die immer weitere Ausdehnung des überwachten Grenzgebiets in den Ostberliner Stadtraum ist dabei eine bisher wenig wahrgenommene Tatsache. Nach einer knappen Darstellung der Planungs- und Bauprozesse sowie der weit verzweigten, bis tief in das Hinterland reichenden Infrastruktur der Grenzanlagen einschließlich der Betriebe, welche die Mauer produzierten, schließt das Buch mit der Diskussion der über mehr als ein Jahrzehnt ausschließlich von Privaten getragenen Erinnerungsarbeit und der aktuellen Situation der ganz überwiegend weiter von Verfall, Abriss und Verlust gekennzeichneten Situation der Mauerreste im Jahr 2011.  

Zur Vorschau

Abb. 1: Die Grenzanlagen der sechsten Ausbaustufe, fiktiver Ort
Abb. 2: Die Grenzanlagen der sechsten Ausbaustufe, fiktiver Ort
Abb. 3: Das Museum „Checkpoint Bravo“ auf dem Gelände des Grenzübergangs Drewitz im früheren Kommandoturm