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Bauforschung am Nidaros-Dom in Trondheim

Leitung: Dr.-Ing. Stefan Breitling

Gastgeber: Nidaros Domkirkes Restaureringsarbeider (The Restauration Workshop of Nidaros Cathedral), Director Øivind Lunde, P.O.Box 4447 Hospitalsløkkan, N-7002 Trondheim

 
Das Oktogon des Nidaros-Domes in Trondheim gehört zu den interessantesten Ostabschlüssen mittelalterlicher Kathedralen. Das Bauwerk wurde unter Erzbischof Eystein Erlendsson (1161-1188) begonnen und diente der Aufbewahrung des Schreins des Heiligen Olaf, der im 13. und 14. Jahrhundert Ziel wichtiger Pilgerrouten war. Die unveränderte Erhaltung der filigranen Architektur bis heute grenzt an ein Wunder.

Seit 1999 werden am Oktogon durch das Institut für Bau- und Stadtbaugeschichte der Technischen Universität Berlin unter Leitung von Dr.-Ing. Stefan Breitling Vermessungen und Bauhistorische Untersuchungen durchgeführt. Ziel ist es, die komplizierte Entstehungs- und Veränderungsgeschichte zu erforschen.
Die detaillierte zeichnerische Aufnahme der Anschlußbereiche sowie zahlreicher Baudetails läßt Aussagen über Entwurf und Anlage des frühgotischen Chores zu. Durch eine Analyse der Setzungs- und Verformungserscheinungen am Gebäude auf der Grundlage eines dreidimensionalen tachymetrischen Aufmaßes konnten die Bauteile einzelnen Bauabschnitten zugeordnet werden. Die Entdeckung eines Paßmarkensystems gab Aufschluß über Art und Umfang einer spektakulären Restaurierung im 16. Jahrhundert.
Die jährlichen Forschungs-Kampagnen mit Studenten werden durch vertiefende Studienarbeiten ergänzt. 2002 entstand eine Arbeit zum Einsatz digitaler Systeme für die Dokumentation und Bauforschung am Dom, 2003 wurden die Schrankenwänden des Oktogons im Rahmen einer Abschlußarbeit des Aufbaustudienganges Denkmalpflege der TU Berlin untersucht.

Ein Ergebniss der gebäudebezogenen Forschung ist die Bewertung einzelner Architekturelemente und die Feststellung ihrer Bedeutung innerhalb des Befund-Zusammenhangs. Daraus können Direktiven für den konservatorischen Umgang mit der Bausubstanz entwickelt werden. Die Planunterlagen und Dokumentationen werden gemäß den Standards der Dombauhütte vereinheitlicht und digital zur Verfügung gestellt, so daß sie direkt für die Planung von zukünftigen Sanierungsmaßnahmen verwendet werden können.

Berichte zu den bearbeiteten Themenkomplexen liegen als html-file auf CD vor.

Kontakt: Dr.-Ing. Stefan Breitling
FG Bau- und Stadtbaugeschichte
Institut für Baugeschichte, Architekturtheorie und Denkmalpflege
Sekr. A 22
Straße des 17. Juni 152
D-10623 Berlin

Mail: breitling@baugeschichte.tu-berlin.de


Trondheim, Nidaros-Dom. Ansicht des Oktogons von Nordosten. Foto: Breitling 2001.

Lageplan mit Oktogon. TU Berlin, Breitling, Fior 1999.

Oktogon, Längsschnitt nach Süden. TU Berlin 2003.

Oktogon, Nordkapelle, Ansicht Nord. Bauphasenplan. Das stark geneigte Mauerwerk ist mittelalterlich, die geraden Bauteile sind spätere Restaurierungen. Breitling 2000.

Oktogon, Triforium, Südost-Joch. Befunderhebung über Handaufmaß. Rot markiert sind die nach dem Brand verbliebenen Originalteile, weiß die Restaurierung von 1872 ff. Müller 2002.

Erstellung eines 3-D-Aufmaßes mit dem TCRM 1103. Foto: Malsch 2002.

Digitales 3D-Modell des Oktogons von Norden. Breitling, Fior 2004.

Detail. Rekonstruierte Knospen von 1872 ff. an den mittelalterlichen Kapitellen des Triforiums. Foto: Müller 2001.

Detail. Paßmarken des 16. Jahrhunderts auf der Bodenfläche des Triforiums. Foto: Windelberg 2000.

Detail. Befund an der Nordseite des Chores. Foto: Breitling 2001.