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Als Einstieg in die Baugeschichte, die historische Bauforschung und Bauaufnahme, die Denkmalpflege sowie zur Prüfungsvorbereitung im Fach Bau- und Stadtbaugeschichte bieten wir Literaturlisten an. Hinweise zur Literaturrecherche und zur Methodik wissenschaftlichen Arbeitens finden Sie auf den Seiten der Architekturtheorie. Zur Recherche in Online-Katalogen verweisen wir besonders auf den Karlsruher Virtuellen Katalog.

Einführende Literatur zur Baugeschichte

Baugeschichte ist ein Fach, in dem Literatur aus sehr unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen herangezogen werden muß. Architekturtheorie, Kunstwissenschaft, Archäologie, Technikgeschichte, Denkmalpflege, Volkskunde, Geologie, die Forstwirtschaft mit der Dendrochronologie und viele andere Fächer tragen zum Erkenntnisfortschritt in der Baugeschichte bei. Für jedes Objekt oder bauhistorische Thema muß erneut recherchiert werden, da sich die Bauten und der Forschungsstand beständig verändern. Andererseits müssen aber immer auch die ältere Literatur und historisches Quellenmaterial herangezogen werden, da sie Aufschluß über vergangene Zustände und Interpretationszusammenhänge geben.
Ein einheitliches Publikationsorgan kann es unter diesen Umständen nicht geben. In der Zeitschrift architectura wird ebenso über neue baugeschichtliche Forschung berichtet, wie in den Zeitschriften der Landesdenkmalämter. Für bestimmte Bereiche der Baugeschichte gibt es eigene Reihen, wie beispielsweise für die Burgenforschung die Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung oder der Wartburg-Gesellschaft oder für den profanen Wohnbau diejenigen des Arbeitskreises für Hausforschung.

Das Grundwissen in der Baugeschichte kann man sich mit Einführungen in die Bauformenlehre, Baustilkunde, Gebäudetypologie und die Objektgeschichte aneignen. Dazu listen wir eine Reihe von Büchern auf, die man kennen sollte.

Literaturliste Baugeschichte

Einführende Literatur zur Bauaufnahme

Als Einführung in die Bauaufnahme empfehlen wir CRAMER 1984 und ECKSTEIN 1986 bzw. 1999. Die Dokumentation historischer Bausubstanz beschreiben PETZET/MADER 1993. Eine Einführung in die historische Bauforschung gibt GROSSMANN 1993 und in die Denkmalpflege KIESOW 1982.

(Für den Nachweis der Titel siehe Literaturliste).

Die Methoden zur Bauaufnahme hat bereits STAATSMANN 1910 ausführlich dargestellt. Die Standards für die archäologische Dokumentation hat GERKAN 1930 beschrieben. Die Geschichte der Methoden stellen SCHMIDT und DOCCI dar.

Ein Standardwerk zur Vermessungskunde sind VOLQUARDTS/MATTHEWS. Bei der Vermessung von Bauwerken treten allerdings besondere Schwierigkeiten auf, so daß sich die angewandten Methoden der Bauaufnahme vom professinellen“ Vermessungswesen unterscheiden. Kurz und übersichtlich fassen CRAMER 1987 und WANGERIN den neueren Stand in der Technik der Bauaufnahme zusammen. Beide dienen als Einführung in die Bauaufnahme, wobei bei WANGERIN mehr der systematische Aspekt im Vordergrund steht, bei CRAMER mehr die praktische Anwendung. In zwei Kolloquien an der TU Cottbus 2001 und 2005 wurden die gegenwärtig angewendeten Methoden ausführlich diskutiert. Die Ergebnisse sind bei WEFERLING; HEINE; WULF 2001 publiziert.

Die Bauaufnahme findet in der Denkmalpflege und in der Bauplanung erst wieder seit den 80er Jahren verstärkt Anwendung. Um zwischen den Partnern am Bau und in den Ämtern die Verständigung über Planinhalte und Genauigkeit der Bauaufnahmen zu erleichtern, haben ECKSTEIN und GROHMER 1986 die Richtlinien des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg herausgegeben, auf die heute alle vertraglichen Vereinbarungen über Aufmaße Bezug nehmen. 1999 folgte eine erweiterte Neuauflage unter dem titel „Empfehlugnen für Baudokumentationen“. Weitere Zusammenstellungen zur Bauaufnahme sind von ICOMOS, DOCCI, DOLL, dem Rheinischen Landesdenkmalamt und anderen erschienen. PETZET und MADER leisteten die Einbindung der Bauaufnahme und Bauforschung in den Planungsprozess und begründeten damit den hohen Dokumentationsstandard im bayerischen Landesdenkmalamt. Auf ihre „Praktische Denkmalpflege“ von 1993 beziehen sich gegenwärtig die Richtlinien aller Landesdenkmalämter. CRAMER stellte 1993 Beiträge zur Bedeutung von Bauaufnahme und Bauforschung für die Planung zusammen. Historische Bautechnik und Sanierungsmethoden sind seit 1986 durch den Sonderforschungsbereich 315 in Karlsruhe erforscht worden. Die Ergebnisse werden in Jahresberichten publiziert. Die Methoden der historischen Bauforschung zur Datierung und Erforschung historischer Gebäude stellte zuletzt GROSSMANN 1993 in einem gut gegliederten Überblick vor. Den europaweit höchsten Standard in der zeichnerischen Bauaufnahme dürften die Forschungen am Aufbaustudiengang Denkmalpflege in Bamberg darstellen. Einen Einblick gewähren die Veröffentlichungen zur Bauforschung am Regensburger Dom von SCHULLER 1996. Sie zeigen, daß bei komplexen Fragestellungen auf das Handaufmaß nicht verzichtet werden kann. BEDAL führt in die Erfassungsmethoden der Hausforschung ein. Unter dem Begriff „Facility Management“ ist die Dokumentation von Gebäuden ein nicht immer sachorientierte Thema des Software-Marktes geworden.

Das Handaufmaß wird zunehmend durch elektronische Hilfsmittel unterstützt. Neben der Datenverwaltung und Dokumentationssystemen wird einerseits die Tachymetrie zur Erfassung von vor allem Grundrissen und die Photogrammetrie zur Erfassung von Gebäudehüllen und Einzelwänden eingesetzt. Zum Stand der Technik, zum Einsatz von CAD, elektronischen Tachymetern, Laservermessung, Meßbilderstellung, digitalen Bildern und Photogrammetrie verweisen wir auf die Übung Vermessungskunde für Architekten“, die vom Lehrstuhl für Vermessungswesen als Wahlpflichtfach angeboten wird. WEIMANN ist ein brauchbares, aber etwas veraltetes Lehrbuch zur Architekturphotogrammetrie. Zur Vermessung empfiehlt das Fachgebiete GELHAUS/KOLOUCH. Wir verweisen außerdem auf die Zeitschrift des Verbandes Deutscher Vermessungsingenieure e. V.. Gelegentlich wird etwas über Architekturphotogrammetrie und Bauaufnahme in den International Archives of Photogrammetry and Remote Sensing (IAPRS), insbesondere in den Tagungsbänden der Commision V der International Society of Photogrammetry and Remote Sensing und den Symposien der CIPA (International Comitee for Architectural Photogrammetry) publiziert.

KIESOW gibt eine Einführung in die Denkmalpflege, ihre Inhalte und Institutionen. Nach wie vor bildet die Charta von Venedig 1964, abgedruckt etwa bei ICOMOS 1992, die theoretische Grundlage für das Planen im Bestand. HUSE stellte 1984 Texte zur Denkmalpflege in Deutschland zusammen. Architekten, in deren Werk die Beschäftigung mit dem historischen Kontext einen breiten Raum einnimmt, sind unter anderem Carlo SCARPA und Karl Joseph SCHATTNER.

Literaturliste Bauaufnahme

Literaturliste Denkmalpflege